Abstract:
Im Teil I wurden Begriffe geklärt, die quantitativen Dimensionen des Netto-Zuzugs (nach Abzug der hohen Zahlen der Abwanderungen) ermittelt, näher betrachtet, wer da nach Deutschland kommt, Integrationserwartungen (z.B. Normen-Akzeptanz) und Probleme beider Seiten präzisiert, das innenpolitische Klima beim Thema „Zuwanderung“ beleuchtet, in einem ersten Durchgang die Handlungsmöglichkeiten der Hochschulen analysiert (darauf wird hier im nachfolgenden Text zurückgekommen) und festgestellt, dass von allen Seiten Versäumnisse vorliegen, die dazu beigetragen haben, dass das Thema eher negativ besetzt ist.1 Beim Stichwort „Integration“ stellt sich die Frage: Integration in welche Gesellschaft hinein, wenn von der deutschen Gesellschaft die Rede ist? Welche Identität schreibt sie sich selbst zu und wird ihr von außen zugeschrieben? Welche ist zu bewahren und welche in welchem Sinn durch Zuwanderung zu bereichern? Über Vieles wird gestritten, ohne die vorstehenden Aspekte zu klären. Oft geht es nicht um den Streitgegenstand (dass die deutsche Bevölkerung durch den Zuzug irgendwelche Nachteile haben könnte), sondern Emotionalität bestimmt den Verlauf, Ängste vor einer unzureichend einzuschätzenden Zukunft. Um diese Ängste abzubauen, müssen die eigenen, rationalen Interessen der Bevölkerung geklärt und Kriterien der Zugehörigkeit formuliert werden, auch damit Sicherheit im Umgang miteinander herrscht. Sicherheit im Umgang miteinander? Ja, es geht um Verhaltenssicherheit in der Begegnung, im Umgang miteinander. Welches Verhalten kann/muss vom Gegenüber erwartet werden? Tägliche Meldungen über Gewaltvorgänge zeigen das Fehlen eines Konsenses. Das ist für den täglichen Umgang in Gesellschaften nicht akzeptabel. Und welchen Anteil können bzw. müssen die Hochschulen dabei übernehmen?
Über den Autor:
- Wolff-Dietrich Webler
Prof. Prof. h.c. Dr., ehem. Professor of Higher Education, University of Bergen/Norway, Leiter des Instituts für Wissenschafts- und Bildungsforschung Bielefeld (IWBB)





