Die Entwicklung professioneller Standards in der Organisationsentwicklung (OE) und Personalentwicklung (PE) gewinnt an Hochschulen zunehmend an Bedeutung, um strategische Steuerungsfähigkeit und nachhaltige Veränderungsfähigkeit zu stärken. Dabei geht es vor allem um Fragen der strukturellen Verankerung und Verortung und die Verzahnung von PE/OE sowie die Gestaltung von Schnittstellen zu anderen Bereichen (z.B. Hochschulentwicklung) und die Professionalisierung von OE-Prozessen an Hochschulen. Während in Unternehmen etablierte Modelle und Reifegradansätze bereits verbreitet sind, müssen diese an die besonderen Governance-Herausforderungen von Hochschulen – wie Wissenschaftsfreiheit, akademische Selbstverwaltung und heterogene Statusgruppen – angepasst werden. Dieser Call for Papers lädt ein, Strukturen, Prozesse und Instrumente zu beleuchten, die sich bewährt haben oder weiterzuentwickeln sind.
Thematische Schwerpunkte des Themenheftes:
Wir freuen uns auf Beiträge, die sich mit folgenden Fragestellungen und Aspekten befassen:
1. Organisationsstrukturen und Verortung: Welche Formen der organisatorischen Verankerung von PE und OE gibt es an Hochschulen – z.B. als zentrale Stabsstellen, Dezernate, Steuerungsgruppen, Zentren oder „Institutional Research“-Einheiten – und welche Vor- und Nachteile zeigen entsprechende Verankerungsformen in der Praxis? Wie kann ausreichende Stabilität für kontinuierliche PE- und OE-Arbeit erreicht werden? Gewünscht sind Vergleiche von Verortungsmodellen (z.B. beim Rektorat/Präsidium, Kanzlerbereich, der zentralen Verwaltung oder als hybride Netzwerke), inklusive der Vor- und Nachteile (z.B. hinsichtlich Enabling vs. Behinderung von Veränderungen; Zugang zur Hochschulleitung vs. Nähe zu operativen Einheiten; Ansprache Zielgruppen vs. Doppelstrukturen) und Erfolgsfaktoren für die Zusammenarbeit mit Hochschulleitung, Fakultäten, Wissenschaftsmanagement und Verwaltung.
2. Verzahnung von PE und OE: Wie kann eine strategische und operative Zusammenarbeit von Personalentwicklung und Organisationsentwicklung gelingen? Wo und wann ist eine enge Kopplung sinnvoll (z.B. bei der Führungskräfteentwicklung, Teamentwicklung, Digitalisierung), wo sind ggf. eher getrennte Strukturen funktional? Interessant sind Praxisbeispiele für Gestaltungsansätze sowie Kriterien für deren Erfolg.
3. Schnittstelle OE und Hochschulentwicklung: Eingeladen sind Analysen zur Schnittstelle zwischen Organisationsentwicklung und Hochschulentwicklung (z.B. in Bezug auf Strategieprozesse, Profilbildung, Digitalisierung, Qualitätsmanagement). Wie gelingt produktive Zusammenarbeit, wie gestalten sich Schnittstellen (z.B. in Bezug auf Governance-Strukturen, Steuerungsgremien, Zielvereinbarungen) und welche Vor- und Nachteile hat eine organisatorische Zusammenlegung oder Trennung dieser Bereiche?
4. Professionalisierung und Standards der OE: In Unternehmen haben sich bewährte OE-Standards durchgesetzt, etwa Change-Frameworks und Transformationsstrukturen, die Effizienzgewinne und strategische Anpassungsfähigkeit ermöglichen. Hochschulen müssen diese an Governance-Herausforderungen (z.B. Wissenschaftsfreiheit, Selbstverwaltung, Statusgruppen) anpassen, um Steuerungsfähigkeit zu erreichen. Gefragt sind Beiträge zu Professionalisierung, Reifegrad und Transfer der OE-Ansätze in Hochschulen, sowie zu Ansätzen aus der Hochschulforschung zur Umsetzung von New Public Management und zu Indikatorensystemen im Bereich der OE in Deutschland und im internationalen Vergleich.
Ihre P-OE 4 Heftherausgeber*innen
Dr. Claudia Windfuhr und Maja Laumann
Hinweise zur Einreichung
Beiträge können sowohl empirische Studien, theoretisch-konzeptionelle Beiträge und reflektierte Praxisberichte aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen umfassen, die aufzeigen, wie sich professionelle Standards in der Organisations- und Personalentwicklung entwickeln, bewähren und weitergedacht werden können.
Bitte reichen Sie bis zum 15.05.2026 zunächst ein Abstract (max. 500 Worte) im Sinne einer Interessensbekundung für einen Beitrag im geplanten Themenheft der P-OE ein. Bitte geben Sie auch an, ob Sie einen Haupt- (25.000-35.000 Zeichen inkl. Leerzeichen) oder Kurzbeitrag (11.000-20.000 Zeichen inkl. Leerzeichen) einreichen wollen.
Deadline für das Einreichen der ausgearbeiteten Beiträge für die Ausgabe 4/2025 ist der 15. August 2026. Daran schließt sich ein Review- und ggf. Überarbeitungsprozess an.
Geplanter Erscheinungstermin ist das 4. Quartal 2026 (Ausgabe P-OE 4/2026).
Wir freuen uns über Einsendungen an poe@universitaetsverlagwebler.de, mit den beiden drei Heft-Herausgeberinnen im CC: Dr. Claudia Windfuhr (claudia.windfuhr@fernuni-hagen.de) und Maja Laumann (m.laumann@hs-osnabrueck.de).
Ihre Rückfragen beantworten wir gerne ebenfalls per Mail oder telefonisch unter 0521/923610-13
Download des Calls
Nachfolgend finden Sie den vollständigen Call im PDF-Format:
Formatierung, Umfang & andere Formalia
Weitere Informationen zur Einreichung von Beiträgen finden Sie in unseren
Autor*innen-Hinweisen

