
HM – CfP „(Neue) Karrierewege zur Professur an Hochschulen für angewandte Wissenschaften“
für Themenheft HM 3/2026
Die Gewinnung geeigneten professoralen Personals stellt die Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) seit längerem vor erhebliche Herausforderungen. Diese haben ihre Ursachen vor allem in Spannungen zwischen der formalen Ausgestaltung des Karrierewegs zur HAW-Professur auf der einen Seite und sich wandelnden Rahmenbedingungen auf der anderen Seite, zu denen u.a. veränderte Erwartungsstrukturen potenzieller akademischer Fachkräfte oder die erhebliche Expansion des privaten HAW-Sektors gehören. Bis 2030 steht zudem ein Generationswechsel an, in dessen Verlauf mehr als ein Viertel der hauptberuflichen Professor*innen altersbedingt ausscheiden wird.
Beobachtbar sind u.a. folgende Herausforderungen
- Bislang waren HAW aufgrund des fehlenden Promotionsrechts und der im Vergleich mit den Universitäten sehr geringen Zahl wissenschaftlicher Mitarbeitender nicht in der Lage, ihren eigenen professoralen Nachwuchs auszubilden.
- Der akademische Fachkräftemangel betrifft insbesondere die Ingenieurwissenschaften (aufgrund eines attraktiven alternativen Arbeitsmarkts) und neu akademisierte, anwendungsorientierte Fächer (z.B. Hebammenwissenschaft), da hier kein promovierter Nachwuchs aus den Universitäten nachrückt.
- Die Kompetenzprofile (potenzieller) Bewerber*innen passen oft nicht zu den rechtlichen Voraussetzungen für eine Berufung. So fehlt praxiserfahrenen Interessent*innen oft die notwendige qualifizierte Promotion, während promovierte Wissenschaftler*innen oft nicht die erforderliche Berufserfahrung mitbringen.
- Die Ausgestaltung von Professuren an staatlichen HAW entspricht z.T. nicht den (sich wandelnden) Erwartungen akademischer Fachkräfte an die Arbeitswelt, beispielsweise in Bezug auf Möglichkeiten zur parallelen Praxistätigkeit oder die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Beobachtbar ist, dass private HAW einen deutlich größeren Teil ihrer Professor*innen in Teilzeit beschäftigen (Höhle/Zimmermann 2025).
Zur Bewältigung dieser und weiterer Schwierigkeiten sind von Bund, Ländern und Hochschulen bereits zahlreiche Maßnahmen ergriffen worden. Hierzu zählen unter anderem das breit angelegte Förderprogramm „FH-Personal“ von Bund und Ländern, die Verleihung des Promotionsrechts an HAW in einigen Ländern, die Etablierung von Stellentypen und Qualifikationsangeboten, in deren Rahmen die jeweils fehlende Voraussetzung (Promotion oder Berufserfahrung) nachgeholt werden kann (z.B. „Tandem-“ oder „Nachwuchsprofessuren“), zielgruppenspezifische Informationsstrategien und zahlreiche weitere hochschulspezifische Projekte zur Gewinnung und Entwicklung von professoralem Personal.
Vor diesem Hintergrund lädt das Themenheft zu Beiträgen ein, die auf Basis empirischer Forschung, systematischer Literaturreviews, konzeptioneller Überlegungen und/oder wissenschaftlich reflektierter Praxisansätze Erkenntnisse zu Zielsetzungen, Anlage und Auswirkungen von Maßnahmen zur Neustrukturierung und Attraktivitätssteigerung des Karrierewegs zur HAW-Professur vermitteln.
Herausgeber des Heftes
Bernd Kleimann
Es sind auch stets Beiträge zu allen anderen Themen des Hochschulmanagements willkommen.
Hinweise zur Einreichung
Bitte reichen Sie Beiträge für das Themenheft bis zum 6. April 2026 ein an
die Redaktion der Zeitschrift „Hochschulmanagement“
hm@universitaetsverlagwebler.de
Deadline
+++ 6. April 2026 +++
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Formatierung, Umfang & andere Formalia
Weitere Informationen zur Einreichung von Beiträgen finden Sie in unseren
Autor*innen-Hinweisen
Literatur
Höhle, E./Zimmermann, O. (2025): Teilzeitprofessuren an privaten und staatlichen HAW: Geschlecht, Verteilung, Risiken und Chancen. In: Personal- und Organisationsentwicklung (P-OE), 20 (2+3). Bielefeld: UniversitätsVerlagWebler, S. 86-92.
