für Themenheft HM 4/2026
Nicht-staatliche Hochschulen spielen in vielen Ländern der Welt eine wichtige Rolle, die sich allerdings je nach Land deutlich unterscheiden kann (Levy 2024). Neben dem relativ seltenen privaten Elite-Sektor, wie in den USA zu finden, gibt es eine breite Vielfalt an nicht-staatlichen Hochschulen. Kirchliche Hochschulen, For-Profit-Bildungsunternehmen, gemeinnützige Stiftungen und viele andere Formen koexistieren in unterschiedlicher Zusammensetzung. So werden die drei Funktionen von „more, better, or different“ (Geiger 1986, zitiert nach Reisz & Stock 2012: 199) in unterschiedlichem Maße bedient.
Auch in Deutschland hat das Thema der nicht-staatlichen Hochschulen an Dynamik gewonnen.
Immerhin 26% aller Hochschulen sind mittlerweile privat, und über 13% aller Studierenden studieren hier, mit deutlichen Steigerungen in den letzten Jahren (Datencheck des CHE 2025). Ein besonderes Phänomen ist dabei die IU als mittlerweile mit Abstand größte deutsche Universität, die gemeinsam mit der FOM-Hochschule fast die Hälfte aller privat Studierenden auf sich vereint.
Das Thema hat deshalb auch die Politik erreicht, und das BMFTR hat hierzu 2022 eine eigene
Förderlinie entwickelt, um bestehende Desiderate im Wissensstand zu privaten Hochschulen
aufzulösen. Gleichzeitig sollte mit den geförderten Projekten auch ein „Austausch zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Hochschulen – z. B. zum Übertragbarkeitspotenzial der generierten Erkenntnisse oder zu Optionen von stärker auf Kooperation ausgerichteten Ansätzen – initiiert“ (BMFTR: Forschung über nicht-staatliche Hochschulen) werden. Damit wird durchaus deutlich, dass ein mögliches Lernpotential vermutet wird. Ob die nicht-staatlichen Hochschulen aber tatsächlich „Schrittmacher oder Vorreiter“ (ebd.) in einem positiven Sinne sind, muss empirisch geprüft werden. Die Förderlinie kann hierzu mittlerweile verschiedenste Erkenntnisse vorweisen. Ziel der Abschlussphase ist es, diese Befunde sowohl für die Wissenschaft als auch für die Praxis anschlussfähig zu machen.
Mit diesem Call for Papers für ein Themenschwerpunktheft der Zeitschrift „Hochschulmanagement“
möchten wir dieses Ziel unterstützen. Forschungsergebnisse aus Projekten dieser Förderlinien, die für die Praxis des Hochschulmanagements relevant sind, sollen zielgruppengerecht aufbereitet werden, um so den Transfer und den Austausch zwischen Hochschulforschung und Hochschulmanagement zu unterstützen. Dabei interessieren wir uns sowohl für empirische (gerne auch vergleichende) Analysen, eher theoretische Ausführungen als auch für programmatische Beiträge, solange sie hohe Praxisrelevanz für das Themenfeld „Management von und in nicht-staatlichen Hochschulen“ besitzen. Beiträge zu diesem Thema, die nicht aus der Förderlinie kommen, sind selbstverständlich ebenfalls willkommen.
Die Leserschaft der Zeitschrift setzt sich zusammen aus Akteuren auf der Leitungsebene von
Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen (Organisationsspitze, Fakultät/Fachbereich, Institute, Verwaltungseinheiten etc.), thematisch einschlägig arbeitenden Wissenschaftler*innen aus verschiedenen Disziplinen (Wirtschaftswissenschaften, Psychologie, Soziologie, Pädagogik u.a.) sowie aus Vertreter*innen von Wissenschaftsministerien, Hochschulbibliotheken und/oder
Landesbibliotheken (vgl. https://www.universitaetsverlagwebler.de/hm). Grundsätzlich strebt die
Zeitschrift eine Balance zwischen wissenschaftsbezogenen Beiträgen und solchen an, die
Alltagshandeln im Hochschulmanagement reflektieren und orientieren.
Artikel werden in der Regel einer der drei folgenden Sparten zugeordnet:
a) Politik, Entwicklung und strukturelle Gestaltung von Leitungskonzepten für Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen,
b) Organisations- und Managementforschung,
c) Anregungen für die Praxis/Erfahrungsberichte.
Die Zeitschrift verwendet ein doppeltes Peer-Review, das Wert auf konstruktive Kommentare der Gutachter*innen legt, um die Beiträge gemeinsam weiterzuentwickeln.
Der weitere Zeitplan:
- Einreichung der Abstracts bis 8. April 2026
- Feedback zu den Abstracts bis 15. April 2026
- Ausarbeitung der vollen Beiträge bis 15. Juli 2026
- Review der Beiträge bis 15. August 2026
- Überarbeitung der Beiträge und finale Einreichung bis 30. September 2026
- Publikation des Heftes (Heft 4/2026) Winter 2026
Hinweise zur Einreichung
Wir erbitten Abstracts im Umfang von ca. 500 Wörtern (ohne Literaturangaben) bis 8. April 2026 an die folgende Adresse:
Michael Hölscher: hoelscher@uni-speyer.de
Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.
Deadline
+++ 8. April 2026 +++
Download des Calls
Nachfolgend finden Sie den vollständigen Call im PDF-Format:
Formatierung, Umfang & andere Formalia
Weitere Informationen zur Einreichung von Beiträgen finden Sie in unseren
Autor*innen-Hinweisen
Literatur
Levy, D. C. (2024): A world of private higher education. Oxford: Oxford University Press.
Reisz, R. D./Stock, M. (2012): Private Higher Education and Economic Development. European Journal of Education, Vol. 47, No. 2: 198-212.

