Internationalisierung, Vielfalt und Inklusion

in der Wissenschaft (IVI)

Internationalisation, Diversity and Inclusivity

ISSN 1860-305X

Verfügbare Jahrgänge: 2007, 2017. 

Bestellung:

Herausgeberkreis:

  • Christian Bode, Dr., (Bonn) Mitglied der „High Level Group on the Modernisation of Higher Education in Europe“, EU (Brüssel); ehem. Generalsekretär des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), ehem. Generalsekretär der Westdeutschen Rektorenkonferenz

  • Anke Egblomassé, Dipl. Soz., (Barnstorf) Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen (VNB e.V. – Landeseinrichtung der Erwachsenenbildung) – Fachbereich Internationale und interkulturelle Bildung

  • Muriel Helbig, Dr., (Lübeck)  Präsidentin  der Fachhochschule Lübeck, Mitglied des DAAD-Vorstandes

  • Yasemin Karakaşoğlu, Prof. Dr., (Universität Bremen), Professorin für Interkulturelle Bildung, Konrektorin für Internationalität und Diversität, Mitglied des DAAD-Vorstandes

  • Uta Klein, Prof. Dr., (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel), Professorin für Soziologie, Gender und Diversity; Institut für Sozialwissenschaften

  • Doris Lemmermöhle, Prof. em. Dr., (Göttingen), ehem. Vizepräsidentin der Universität Göttingen

  • Klarissa Lueg, Prof. Dr., (Universität Süddänemark), Professorin für Unternehmens-kommunikation

  • Bettina Jansen-Schulz, Dr., (Universität zu Lübeck), Dozierenden-Service-Center Hochschuldidaktik, TransferConsult Lübeck

  • Wolff-Dietrich Webler, Prof. Dr., (Bielefeld), ehem. University of Bergen/Norway, Leiter des Instituts für Wissenschafts- und Bildungsforschung Bielefeld (IWBB)

Lektorat im UVW: Carolin Buthke M.A. 

Zielgruppe
Adressat*innen der Zeitschrift sind alle Personen in Forschung und Praxis, die in dem Themenfeld arbeiten. Im besonderen sind dies mit Internationalisierung, interkulturellen Beziehungen, Antidiskriminierung und Integration befasste Mitglieder von Hochschulen, International Offices/Akademischen Auslandsämtern, von Mitgliedern des DAAD, der Alexander von Humboldt-Stiftung sowie verwandter Organisationen, kulturwissenschaftlichen sowie sozialwisenschaftlichen Fachbereichen (z.B. mit migrationsgesellschaftlichen Fragen befasst), Gleichstellungsbeauftragten, Personalräten und Wissenschaftler-Personalräten an Hochschulen, Referent/innen für den Themenbereich (z.B. Diversity Management) in hochschulbezogenen Organisationen, Forschungsförderorganisationen, Zentren/Arbeitsstellen für Frauen-/ Genderforschung (o.ä.), von Frauennetzwerken, Männerinitiativen, Akteuren in der Männerforschung, Männer- und Jungenarbeit, Hochschulleitungen, Personalverantwortlichen in Hochschulen, im Hochschulbereich agierenden Gewerkschaften (ver'di, GEW), einschlägigen Ministerien, Hochschulbibliotheken, Landesbibliotheken usw.

Beiträge
Gesucht werden Beiträge in einem weiten Spektrum von Theorie und Praxis: neue Ergebnisse der Forschung im Bereich Internationalisierung, Interkulturalität, migra­tionsgesellschaftliche Öffnung, Diversity, Equality, Inclusivity and Gender; scharfsinnige Analysen; neue Ideen in der Anti-Diskriminierungspolitik und der Gestaltung von Vielfalt und Inklusion; Lösungskonzepte; wegweisende (Weiter-)Entwicklungen; Aspekte an einem Thema, die bisher nicht gesehen wurden; gut argumentierte theoretische und normative Aspekte; originelle, plausible Thesen, ungewöhnliche, ausreichend plausible Sichtweisen und Standpunkte, die zu kontroverser Auseinandersetzung einladen; gute Überblicksartikel (state of the art-Berichte), die Vorhandenes ordnen und gut strukturiert informieren; anregende Erfahrungen mit Modellen, Verfahren, Projektmanagement u.ä. Alle Beiträge werden i.d.R. von zwei Gutachter*innen beurteilt. 

Weitere Informationen finden Sie in den Autorenhinweisen, Einsendungen richten Sie bitte an: info@universitaetsverlagwebler.de

Das Konzept der Zeitschrift

Das Konzept der Zeitschrift steht für das breit verstandene Thema der weiter wachsenden Internationalisierung der Hochschulen und Mobilität ihrer Mitglieder im internationalen Austausch (Forschende, Lehrende, Studierende), der erstrebenswerten Vielfalt (ihrer gleichwertigen Anerkennung und respektvollen Bewahrung, in der Gender ein konstituierendes Element darstellt, frei von Rassismus und sonstiger Diskriminierung). Dazu kommt der Prozess der migrationsgesellschaftlichen Öffnung mit na­hezu unvermeidlichen Mühen der Annäherung auf al­len Seiten sowie der Inklusion, verbunden mit der He­rausforderung zur Lösung der Balance zwischen Pluralitäts- und Integrationsproblematik im Lande, wieder im Zeichen der Gleichwertigkeit (auch gegenüber Bildungsinländern an Hochschulen) auf der Basis des Grundgesetzes. Es handelt sich längst um zusammenhängende Han­dlungsfelder unserer Gesellschaft, die – über Migrant*in­nen, aber auch die Internationalisierungskam­pagnen der letzten 20 Jahre intensiviert – als Aufgaben in den Hochschulen angekommen sind – im praktischen Umgang im Alltag, als Forschungsgebiete, in Lehre und Studium, Transfer und Weiterbildung sowie in den Hochschulverwaltungen. Aus diesen Entwicklungen ist hoher Handlungsbedarf und damit auch Kommunika­tionsbedarf hervorgegangen, der über diverse Tagungen und Buchpublikationen zu befriedigen versucht wurde. Wir sehen aber sowohl einen zusätzlichen Bedarf an Kontinuität der Diskurse, als auch (und das dringlich) einer neuartigen Vernetzung mit anderen Teilthemen, die bisher nicht regelmäßig einbezogen wurden. Die zum Teil getrennten Fachgemeinschaften wollen wir mit Hilfe der Zeitschrift IVI stärker zusammen bringen.
Die Zeitschrift IVI stellt in diesem Themenfeld in Berichten und Analysen Forschungsergebnisse, Entwicklungen, Konzepte vor, aber auch eine Plattform für Klärungsprozesse und Meinungsaustausch zur Verfügung, versteht sich also als Forum, als eine Kommunikationsebene, auf der mit durchaus streitigen Positionen um neue Einsichten und Problemlösungen gerungen werden kann. Mit den Aufsätzen soll internationaler Austausch von Menschen, Wissen und Ideen, soll Offenheit und gegenseitiges Verständnis gefördert werden. Aber dies sieht sich auch Problemen gegenüber. Daher soll mit geeigneten Beiträgen Verfassungsrecht weiter zum Durchbruch verholfen und ethischen Richtlinien (auch der EU-Richtlinie gegen Diskriminierung) nach allen Seiten Geltung verschafft werden. Aber vor allem soll endlich der damit in der Gesellschaft verknüpfte Reichtum an facettenreichen Ideen, Sichtweisen, Interpretationshintergründen als Basis für kreative Problemlösungen erkannt, erschlossen und ausgeschöpft werden. Die Gleichstellung der Geschlechter kommt nur schleppend voran. Aber es geht nicht allein um die Behebung von Defiziten. Tenor der Zeitschrift soll die Würdigung und Förderung der Chancen sein, die in diesem Feld liegen, ohne die Schattenseiten des Themenfeldes verschweigen oder schön reden zu wollen.
Die IVI ist eine Zeitschrift für die strategischen und operativen Ebenen des Themenfeldes, in einem Spektrum von forschungsbasierter Information bis reflektiertem, praktischem Erfahrungsaustausch. Die Zeitschrift weist als Sparten auf: a) Forschung im Bereich Internationalisierung, Vielfalt und Inklusion (IVI), b) Politik, Programmatik und Entwicklung im Bereich IVI, c) Anregungen für die Praxis/Erfahrungsberichte. Daneben wird es weitere Sparten geben (Interviews, Rezensionen, Mitteilungen/Berichte usw.). 

Internationalisierung: Gegenüber traditionellen Selbstverständlichkeiten (die scientific communities waren immer international) hat in Deutschland sowohl der europäische Einigungsprozess, als auch die weltweit größere Vernetzung von Forschung und Studium zu einer deutlich intensivierten Internationalisierung der Hochschulen und Mobilität ihrer Mitglieder geführt (Forschende, Lehrende, Studierende, Hochschulleitungen). Sie entwickelt sich auf zwei Ebenen: 

A) Institutionell strategisch: Viele Hochschulen (und mit ihnen ihre Förderer) haben aktiv z.T. regelrechte strategische Konzepte zur weiteren internationalen Öffnung (einschließlich erhöhter internationalen Sichtbarkeit) und Intensivierung der Kooperation zwischen einzelnen Fachbereichen und ganzen Hochschulen (auch im Rahmen internationaler Austauschprogramme) entwickelt, z.T. mit originellen Einzel­initiativen auf aktuelle Problemlagen reagiert. Hier stehen institutionelle Öffnungs- , Austausch- und Anwerbeprogramme im Vordergrund. 

B) Individuell, kasuistisch: Weiter geht es um die Ebene der Begegnung, Interaktion von Individuen, um Probleme und deren Bewältigung, wenn die gewünschten Personen dann an den Hochschulen angekommen sind: um die interpersonale Ebene der interkulturellen Begegnung, der Kommunikation, den Reichtum an Sichtweisen und Erfahrungen, aber auch um die Probleme der Betreuung, der Inklusion und ggfls. Integration. Hier stellen sich grundsätzlichere Fragen der Interkulturalität, der Förderung interkultureller Kompetenzen bei Studierenden und Lehrenden bis hin zur Verbreitung des Englischen und der Problematik des Rückgangs des Deutschen als Wissenschaftssprache, auch als Mittel der Kommunikation im eigenen Land. Der gesamte Bereich des internationalen Austausches bedarf auch eines intensivierten Austausches von Konzepten und Erfahrungen. Dafür bietet die IVI den notwendigen Rahmen.

Aber das Thema ist noch komplexer verankert. Internationaler Austausch wird auf Dauer nur gelingen, wenn die Menschen sich willkommen fühlen. Für ein solches Klima muss kontinuierlich geworben werden. Stichworte hierzu sind Diversity and Equality and Gender. (Diese vielfach international benutzten Begriffe sind ins Deutsche übersetzbar und entsprechen wichtigen deutschen Begriffen, werden aber bisher wenig übersetzt. Nur die Komplexität des Gender-Begriffs ist nicht mit einem Wort wieder zu geben und wird daher beibehalten.)

Diversity: Zwar gibt es keine einheitliche Definition für „Diversity“ (Vielfalt), aber allmählich setzen sich als Definition die Kriterien der EU-Richtlinie (gegen Diskriminierung) durch: Alter, Geschlecht, Herkunft (national, ethnisch und konfessionell), Behinderung und sexuelle Orientierung bzw. Identität sind ihre Hauptbestandteile. Daneben gibt es Bestandteile wie z.B. Bildung, soziale Herkunft, Sprache, Kultur, Hierarchie, Arbeits- und Lebensstil. In Hochschulen und insbesondere im Umgang mit Studierenden sollte Basis des Handelns die Anerkennung sein, dass alle ihre individuell verschiedene Lerngeschichte haben und ihre eigenen Lernvoraussetzungen in den Lernprozess einbringen. Diese Differenz ist horizontal, also gleichberechtigt, nicht vertikal, also in einer Rangreihe hierarchisch oder als Wertigkeitsskala zu interpretieren. Vielfalt ist keine Last (wie „Heterogenität“ in pädagogischen Prozessen oft negativ gesehen wird), sondern ein Reichtum, der bei ausreichender eigener Kompetenz der Lehrpersonen ausgeschöpft und zu einer wesentlichen Qualitätssteigerung genutzt werden kann. Außerdem werden die Individuen dadurch in ihrer Vielfalt wahr- und ernst genommen.
In einem erweiterten Begriff der Diversity sind dem Verständnis nach die mit den beiden weiteren, in diesem Feld angesiedelten Begriffen Equality and Gender verknüpften Analysen, Erklärungen und Forderungen einbegriffen. Die Übersetzungen von Equality (abwechselnd mit Gleichwertigkeit bzw. Gleichheit und Gleichstellung) betonen unterschiedliche Facetten. Gleichwertigkeit bzw. Gleichheit betont die grundsätzliche Gleichberechtigung aller Mitglieder in einer Gesellschaft. Gleich­stellung betont den Anspruch auf Realisierung, nicht von abstrakt, sondern konkret gleichen Chancen für die persönliche, soziale und besonders die berufliche Entwicklung (nicht zuletzt als materielle Voraussetzung der ersteren).
Soziale Unterschiede, die auf Differenzen der Geschlechter zurückgehen, ihre Ursachen, Reichweite, Erscheinungsformen, Gründe ihrer Reproduktion transparent zu machen sowie darauf zurückzuführende Benachteiligungen aufzuklären (Gender-Perspektive) sind im Rahmen der Zeitschrift ebenso Gegenstand wie die Entwicklung von Strategien, mit denen bei allen Beteiligten und den politischen Akteuren Problembewusstsein geweckt und Lösungsstrategien für die Gleichstellung, Maßnahmen und deren Erfolgskontrolle (Monitoring) entwickelt werden können (Gleichstellungspolitik). Ein besonderer Akzent liegt auch hier auf der Darstellung der besonderen Chancen, die Vielfalt, die eine künftige Kombination der individuellen Stärken und sozialen Enthierarchisierung auch der Geschlechterverhältnisse für jeden beruflichen Zusammenhang mit sich bringt.

Migrationsgesellschaftliche Öffnung: Die Bevölkerung in Mitteleuropa (auch in engerem Sinne auf deutschem Territorium) war immer durch Migration gekennzeichnet – besonders intensiv wieder in den letzten 150 Jahren mit dem Aufbau der Industriegesellschaft (nicht zuletzt mit tausenden polnischer Wanderarbeiter seit 1850 an Rhein und Ruhr). Seit Beginn der 1960er Jahre, seit der aktiven Anwerbung von „Gastarbeitern“, hatte sich die deutsche Gesellschaft jedoch politisch-mehrheitlich aus vielfältigen Gründen geweigert zur Kenntnis zu nehmen, ein Einwanderungsland zu sein. EU und Schengen-Abkommen hatten dies bereits relativiert, die Flüchtlingsbewegungen insbesondere seit 2015 stellen die deutsche Gesellschaft aber vor nicht mehr zu verdrängende Aufgaben. Die Wissenschaft hat sich dieser Fragen im weiteren Umkreis der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichem Wandel durch Migration angenommen – vor allem der Fragen, die sich früh im Bildungssystem und der Lehramtsausbildung gestellt haben. In der IVI werden daher Beiträge darüber publiziert, wie die Folgen von Flucht und Migration für die Migranten in den aufnehmenden Gesellschaften, insbesondere aber auch für die aufnehmenden Gesellschaften und ihre Institutionen selbst als Themen in Forschung, Transfer, Lehre, Studium und Weiterbildung behandelt werden.

Inklusion: Auch dieser Begriff wird unterschiedlich gebraucht. Im soziologischen Sinn bezeichnet er zunächst (als Gelingen gesellschaftlicher Solidarität) allgemein den partizipatorischen Einschluss bzw. die Einbeziehung von Menschen in die Gesellschaft (hier also als deren Teil die Hochschulen), ohne eine Einschränkung auf „Behinderung“. Der Begriff „Integration“ wird nicht benutzt, weil er eher als einseitige Anpassung verstanden und nicht als Zeichen einer für eine weitere Wandlung offenen Gesellschaft gesehen wird, in der es Austausch in beiden Richtungen gibt. Im Zusammenhang dieser Zeitschrift kommt ein weiterer Akzent dazu: Unter Vielfalt und Inklusion an Hochschulen soll nicht undifferenziert und unreflektiert der deutsche Bildungsstandard und das deutsche Wissenschaftsverständnis verbreitet, sondern den internationalen Studierenden und Forschungsnachwuchskräften auch die Wertigkeit der eigenen (Wissenschafts-)Kultur bewusst gemacht und ihr kulturelles Selbstbewusstsein gestärkt werden. Die Betonung liegt auf "unreflektiert", denn ausländische Studierende wollen auch deshalb zeitweise in Deutschland studieren, weil sie das deutsche Wissenschaftsverständnis kennen lernen wollen; es soll also auch nicht verleugnet werden, sich aber internationaler Diskussion und internationalen Vergleichen stellen.

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Die letzte Ausgabe: IVI 4/2017

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Jahrgang: 79 € Einzel-/Doppelausgabe: 21€/39,90€
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Inhaltsverzeichnisse (Jg. 2017) und
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