HSW – CfP „Arbeit an Hochschulen“

für Schwerpunktheft HSW 3+4/2026

„Arbeit an Hochschulen“ ist ein weites Feld mit kontroversen Debatten und zahlreichen Forschungsdesideraten. Unter anderem wird mitunter heftig darüber gestritten, wie stark wissenschaftliche Tätigkeiten reguliert werden sollen, ob beispielsweise gesetzliche Regelungen zur Arbeitszeit oder zum Arbeitsschutz Forschung und Lehre zu sehr einschränken, in welchem Umfang atypische Arbeit, vor allem befristete (Teilzeit-)Stellen, erforderlich sind oder wie das Verhältnis zwischen Promovierenden und ihren Betreuerinnen ausgestaltet werden sollte. Ein besonderer Fokus liegt derzeit auch auf dem formalen Status sowie der sozialen Absicherung von Lehrbeauftragten und Privatdo­zentinnen. In den wissenschaftsunterstützenden Bereichen vermissen viele Beschäftigte eine angemessene Bezahlung und einen respektvollen Umgangston. Studentische Beschäftigte berichten teilweise darüber, dass ihre Beiträge zu einem Forschungsprojekt oder einer Publikation unerwähnt bleiben, und nicht zuletzt sind viele Professorinnen mit ungünstigeren Arbeits- und ­Beschäfti­­gungsbedingungen konfrontiert als ihre männlichen Kollegen.

In der Hochschulforschung, aber auch in anderen Forschungsfeldern wie der Frauen- und Geschlechterforschung, der Arbeitssoziologie oder den Gesundheitswissenschaften werden an verschiedenen Stellen und in unterschiedlichen Kontexten kleinere und größere Studien zu Aspekten durchgeführt, die die Arbeits- und Beschäftigungssituation von Hochschulbeschäftigten behandeln. Mit dem Schwerpunktheft soll ein Beitrag dazu geleistet werden, die unterschiedlichen Befunde und (inter-)disziplinären Perspektiven sichtbarer zu machen. Dabei sollen insbesondere Aspekte, die mehrere Beschäftigtengruppen betreffen, beispielsweise atypische bzw. häufig auch prekäre Beschäftigungsbedingungen, als problematisch erlebte Interaktionsmuster bis hin zum Machtmissbrauch, Entgrenzungstendenzen bei der Arbeitszeit oder die Wahrnehmung von Geschlechterunterschieden bei der Einkommenshöhe, untersucht, Diskursstränge hinterfragt und weitergehende Fragestellungen identifiziert werden.

Personen, die zum Themenfeld „Arbeit an Hochschulen“ forschen, sind – unabhängig von ihrer disziplinären Zugehörigkeit und der bisher erreichten formalen Qualifikation – herzlich dazu eingeladen, sich mit Beiträgen den dem geplanten Schwerpunktheft zu beteiligen, das von Ulf Banscherus (TU Berlin) und Andrä Wolter (HU Berlin) herausgegeben wird. Besonders erwünscht sind empirisch fundierte Beiträge, die Fragen behandeln, die mehrere Beschäftigtengruppen an Hochschulen betreffen. Willkommen sind aber auch Angebote, die aktuelle Perspektiven auf eine spezifische Teilgruppe des haupt- und nebenberuflichen Personals an Hochschulen einnehmen oder die Situation an außerhochschulischen Forschungseinrichtungen untersuchen.

Download des kompletten Calls

Hinweise zur Einreichung

Die Beiträge sollen in einem Themenschwerpunkt der ältesten deutschen Hochschulfachzeitschrift Das Hochschulwesen (73. Jg.) herausgegeben werden. Das Hochschulwesen ist eine international renommierte Zeitschrift und arbeitet mit doppelter, hilfreicher Begutachtung (Peer Review).

Sie haben Interesse?

Beitragsangebote im Umfang von max. 35.000 Zeichen können bis zum +++ 31. März 2026 ++++
per E-Mail an die Herausgeber ulf.banscherus@tu-berlin.de und andrae.wolter@hu-berlin.de
sowie an hsw@universitaetsverlagwebler.de gerichtet werden.

Weitere Hinweise für Autor*innen unter
https://www.universitaetsverlagwebler.de/autorenhinweise