Neue Publikationsgelegenheiten
Geplante Themenschwerpunkte für „Das Hochschulwesen” (HSW)
Aufruf zur Einreichung von Beiträgen

Die Herausgeber/innen der Zeitschrift „Das Hochschulwesen” haben die Schwerpunktthemen von Ausgaben  im Jahrgang 2018 und 1. Halbjahr 2019 festgelegt. „Schwer­punktthema“ bedeutet, dass daneben auch andere Aufsätze in den Ausgaben veröffentlicht werden können; sie sind uns ebenso willkommen. Umfang­reichere Themen können aber auch zu Doppelausgaben des HSW führen. Auf diesem Hintergrund laden wir Autorinnen und Autoren aus den unten stehenden Themenfeldern dazu ein, vor dem Schreiben des geplanten Artikels mit uns zunächst nur mit einem skizzierten Titel Kontakt aufzunehmen und Interesse anzumelden. Dann können Details und Zeitplan bis zur Einreichung eines ent­sprechenden Beitrags vereinbart werden.
Die Reihenfolge der Themenschwerpunkte ist zufällig, bedeutet also keine zeitliche Folge. Auf die Bemerkung zu der HSW-Sparte „Love Letters to Higher Education“ wird am Schluss hingewiesen.
Inhaltlich sind die Herausgeber/innen des „Hochschulwesens“ besonders daran interessiert, den Blick auf das Gesamtsystem und seine Veränderungen zu richten. 

Qualifizierungsprofil, Absolventenverbleib und Arbeitsmarkt. Angesichts des dramatischen Wandels in der Bildungsbeteiligung und auf dem Arbeitsmarkt, der stei­genden Absolvent/innenquote usw. wollen wir diesem Thema einen Schwerpunkt widmen. Es spiegelt auch ein Stück Wandlungsgeschichte der Hochschulen wider. Zwar forderte das Hochschulrahmengesetz von 1976 (§ 7) berufsqualifizierende Curricula und Abschlüsse; aber einerseits wurde darum gestritten, ob für einen „Beruf“ oder eine breitere „Praxis“ qualifizierend; ande­rerseits waren viele Disziplinen der Ende der 1960er Jahre oft noch ungeteilten, ehemaligen Philosophischen Fakultät (alle Fächer außer Theologie, Jura, Medi­zin/Pharmazie/Botanik) nicht bereit (und kannten auch nicht die Wege dazu), nicht mehr länger ein Fach, eine wissenschaftliche Disziplin als solche studieren zu lassen. Dazu kamen parallel der Wandel der Beschäftigung von Hochschulabsolvent/innen und mögliche Rückwirkungen auf Nachfrage/Bedarf. Hinter dieser ganzen Entwicklung verbirgt sich ein massiver Wandel in den gesellschaftlichen Funktionen der Hochschule. Es handelt sich um ein hochschulpolitisches Schlüsselthema an der Grenze zwischen Arbeitsmarkt-, Berufs- und Hochschulforschung.

Entwicklung der wissenschaftlichen Disziplinen in Lehre und Forschung. Konvergenz oder Differenz? Die Frage der Differenzierung und Entdifferenzierung wissen­schaftlicher Disziplinen hat im Kontext des Bologna-Prozesses nochmals eine besondere Dynamik erhalten. Das Thema könnte anhand der kleinen Fächer angegangen werden. Auch die Bindestrich-Studiengänge oder die Spezialisierung der Studiengänge bieten sich an, einbezogen zu werden. Zudem wäre ein Beitrag aus einem Bereich interessant, in dem passend zu den gro­ßen Forschungsverbünden Masterstudiengänge ge­bildet wurden, wie die Nachfrage und der Absolventenver­bleib sich entwickelt haben bzw. was passiert, wenn Cluster enden.

Wettbewerbe für Hochschulen und die Folgen. Hier ließe sich ein Blick auf das System werfen und auf die Folgen verschiedener Wettbewerbe, in denen sich nicht einzelne Personen, sondern Hochschulen bewerben. Das wären neben der Exzellenzinitiative bzw. Exzellenz­strategie der Qualitätspakt Lehre, die Offene Hoch­schule, der Qualitätspakt Lehrerbildung, die Innovative Hochschule, der Nachwuchspakt. 
Aus Sicht unserer Zeitschrift könnten für solche Beiträge sowohl die Programmberichte herangezogen werden, es könnte aber auch ein Überblicksartikel aus anderen Unterlagen entstehen. Interessant wäre insbesondere die Frage, ob solche Teilnahmen intern zu Veränderungen oder Fassadenbildung führen, ob die Anträge als Reaktion auf eine Ausschreibung erst entstehen oder ob vorhandene Konzepte dadurch Förderung erfahren. Und: welche Möglichkeiten es gibt, Projekte würdig enden zu lassen bzw. Abrisskanten durch Förderent­scheidungen Dritter zu dämpfen.

Begleitforschungsergebnisse zum Qualitätspakt Lehre (QPL). Hier lohnt ein intensiverer Blick, denn das QPL-Programm ist von bundesweitem und hochschulübergreifendem Interesse. Aufgrund des Umfangs des Programms könnte ein Schwerpunkt(doppel)heft ent­wickelt werden, das sich auf einen spezifischen, jedoch größeren Aspekt – Governance, Differenzierung, Qua­lität der Lehre, Organisationsentwicklung o.ä. – richtet. Es könnten aber auch Studienphasen, wie etwa die Studieneingangsphase, mit der Wirkung ihrer Maßnahmen in den Blick genommen werden.

Förderprogramme zur Bildungs-/Hochschulforschung – Erfolge? Defizite? – Bei den o.g. Vorschlägen zu den Wettbewerben und Programmen (Offene Hochschule, QPL u.a.) sollten auch die Förderprogramme zur Bildungs-/Hochschulforschung betrachtet werden. Was haben diese Fördermaßnahmen für die Hochschulforschung gebracht und wo bleiben Defizite? Diese Fragen zu klären ist einer Zeitschrift, die die Hochschulforschung im Untertitel führt, ein besonderes Anliegen. 

Personalplanung und -struktur an Hochschulen. Hier wäre denkbar, die Konzepte zu untersuchen, die im Rahmen des Nachwuchspaktes gefördert werden. Auffällig ist, dass manche Hochschulen nicht gefördert werden, die man erwartet hätte. Wie funktioniert der Tenure Track? Wie werden Postdocs gefördert? Wie sieht eine gelungene Personalstruktur aus (auch bezogen auf Aufgaben und Befristungen)? 

Insbesondere: Das Berufungs(un)wesen. Berufungen sind das Hauptinstrument für die strategische Entwicklung einer Hochschule. Es war ein großer Vertrauens­vorschuss, dass viele Bundesländer das Berufungsrecht den Hochschulen übertragen haben. Die vorfindlichen Verfahren bilden jedoch weder die zentrale strategische Funktion noch die Verantwortung flächendeckend ab (der DHV stellt dies in seinen Evaluationen immer wieder fest). Aus einzelnen Hochschulen gibt es bereits positive Beispiele zu den Stichworten Qualitätssicherung der Berufungsverfahren, Einrichtung/Einstellung von Berufungsbeauftragen und der Entwicklung von Berufungsordnungen. Aber die Vergabe von Tenure muss noch geübt werden. 
In einem solchen Themenschwerpunkt wäre über neue qualitätsorientierte Ausgestaltungen der Verfahren zu berichten. Aber längst nicht alle Hochschulen haben eine (öffentlich zugängliche) Berufungsordnung und kontrollieren die Qualität der Prozesse und die Einhaltung der Fristen durch Berufungsbeauftragte oder informieren die Bewerber/innen durch ein Berufungsmo­ni­toring über den Stand des Verfahrens. Lehrkonzepte zu verlangen ist – besonders an Fachhochschulen – noch nicht üblich bei Bewerbungen. Die Ansprache von Kandidaten/innen oder die Auswahl von Bewerbern/innen erfolgt nicht immer nach transparenten Kriterien. Stichproben-Überprüfungen belegen, dass die Dokumentation der Vorgehensweise noch zu wünschen übrig lässt. Es wäre gut, wenn das HSW ein paar nachahmenswerte Beispiele für gelungene Verfahren vorstellen könnte. Wünschenswert wären hier Beiträge (ggf. ehemaliger) Hochschulkanzler/innen, von Berufungsbeauftragten, von Autor/innen aus einschlägigen Ministerien. 

Wissenschaftsdidaktik. Mit einem Schwerpunktheft hier­zu würde ein weiterer Versuch gemacht, das Konzept des Scholarship of Teaching and Learning unter deutschen Hochschullehrer/innen zu verbreiten, indem man sie, besonders die Älteren und in Lehre & For­schung Erfahrenen anregt, darüber zu reflektieren, ob und wie sich mit und in der Lehre (oder allgemeiner der Kommunikation von Wissenschaft in verschiedenen Kontexten und Situationen) die Wissenschaft selbst verändert (Strukturierungen zu diesem Zweck, auch für Lehrbücher, Akzentuierungen je nach Adressaten, Ex­plikation von sonst implizit bleibendem Wissen, „Decoding the disciplines” usw.). 
Dabei wird an eine Ausgabe im Jahrgang 2019 gedacht. Für dieses reizvolle Thema hofft der Herausgeberkreis, auch Autor/innen in verschiedenen Fachwissenschaften zu finden, die sich außerhalb des Alltags daran setzen, ihre Reflexionen niederzuschreiben.

„Love Letters to Higher Education”. Schon vor Jahren hatte das HSW diese (unregelmäßig erscheinende) Sparte der „Liebesbriefe” eingeführt, weil es für die gedachten Inhalte eine Lücke in der Zeitschriften-Landschaft gab. Die HSW-Hauptsparten „Forschung”, „Politik, Programmatik” und „Praxis” sowie die „HSW-Gespräche” präsentierten streng sachliche Texte, im „Meinungsforum” konn­te Diskussionsbeiträgen als Meinungsäußerungen Raum gegeben werden. In den „Liebesbriefen” sollten in der Form glossierende, sarkastische, ironische, satirische Artikel erscheinen, die (manchmal skandalöse) Zustände aufgreifen konnten, die an die Öffentlichkeit gehörten und für die in ihrem Stilmittel in den übrigen Sparten kein Platz war. Leider wurde von dieser Darstellungsform wenig Gebrauch gemacht – vielleicht auch, weil sie zu wenig bekannt war.
Diese Sparte war auch als Platz für Whistleblower gedacht. Es gibt in vielen hochschul- und wissenschaftsbezogenen Organisationen Mitglieder, die über viele Informationen und individuelle Einsichten verfügen, von denen sie aber öffentlich keinen Gebrauch machen können. „Das Haus” äußert sich eben nur in seiner Spitze, und wenn Themen bzw. Ergebnisse dort nicht zu einer Verlautbarung des Hauses verdichtet worden oder schlicht nicht erwünscht sind, gibt es keine Äußerung. Ohne dessen „Briefkopf” aber wäre Öffentlichkeit für (auch unterlassene) Vorgänge, wäre eine Debatte manchmal dringend nötig. So aber gehen viele, sehr diskus­sions­würdige Themen verloren, die auf einem hohen Informationsniveau angesprochen werden könnten. Oder sie gelangen auf anderen Wegen mit Halbwahrheiten an die Öffentlichkeit, was nicht sachdienlich war.
Autor/innen, die in der Vergangenheit „Love Letters“ verfasst hatten, wurden von dieser Zeitschrift nicht selten durch Pseudonym geschützt. Dies gilt auch weiterhin. Eine persönliche Notiz an den Verleger kann dafür sorgen. 
Unsere Erkenntnismöglichkeiten für die Hochschulent­wicklung, aber auch für manches Forschungsdesign würde es deutlich erweitern, wenn Mitglieder von Verbänden und Ämtern (usw.) öfter mal zur spitzen Feder greifen und wundersame (u.ä.) Vorgänge und Zustände aufspießen und in ihrer „engen emotionalen Verbundenheit“ zu Higher Education einen Liebesbrief schreiben würden. 

Weitere Hinweise und Informationen für interessierte Autorinnen und Autoren finden Sie in unseren Autorenhinweisen und auf www.hochschulwesen.info.

Die Herausgeber/innen dieser Zeitschrift und der Verlag freuen sich auf Ihre Kontaktaufnahme!

UVW UniversitätsVerlagWebler

Der Fachverlag für Hochschulthemen
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