Wolff-Dietrich Webler:
Internationale Konzepte zur Förderung guter Lehre
Alle
Versuche der Hochschulen, die Qualität der Lehre zu erhöhen
(z.B. durch Lehrevaluation, Coaching, Programme zum Auf- und
Ausbau der Lehrkompetenz) sind letztlich von der Wertschätzung
abhängig, die die Lehre genießt - also von einer
Kultur guter Lehre.
Der vorliegende Band besteht aus zwei Teilen:
A) Er bietet nach Diskussion hinderlicher und förderlicher
Rahmenbedingungen einen Überblick darüber, mit welchen
Maßnahmen eine dauerhafte Wertschätzung und Kultur
guter Lehre an den Hochschulen aufgebaut werden kann –
m.a.W., wie eine Aufwertung von Lehrleistungen aussehen könnte,
und
B) welche alternativen Möglichkeiten es gibt, die Maßnahmen
aus A) organisatorisch, konzeptionell und wissenschaftlich-praktisch
abzusichern. Hier bieten sich verschiedene Institutionalisierungsmöglichkeiten
bei unterschiedlichen, gestuften Leistungserwartungen an.
Dieser Frage wird aus zwei Richtungen nachgegangen:
1. Wenn bestimmte Leistungen erwartet werden, müssen
dementsprechende Ressourcen und Institutionalisierungsformen
bereit gestellt werden; diese Zusammenhänge werden dargestellt.
2. Wenn der Umfang bereitgestellter Ressourcen bereits festliegt
– wieviele und welche Leistungen können dann realistisch
von dieser Institutionalisierung erwartet werden? Dies kann
durch eine Sachlage tatsächlich erzwungen sein (unüberwindliche
Priorisierungen usw.); manchmal kann es sich aber auch um
Alibimaßnahmen handeln (symbolische Politik). Dann soll
dieser Zugang Alibi-Einrichtungen erschweren, die dann häufig
mit unrealistischen Erwartungen überhäuft werden.
Kann die Einrichtung (was absehbar war) dem nicht nachkommen,
wird dies nicht selten gegen die Hochschuldidaktik als solche
verwendet.
Beide Texte sind aus Gutachten hervorgegangen, die der Autor
A) für die Universität Osnabrück und B) für
das baden-württembergische Ministerium für Wissenschaft
und Kunst erstellt hat.
Der Autor war – aus Leitungsfunktionen der Hochschulplanung
und empirischen Hochschulforschung der Hochschulen des Landes
Baden-Württemberg kommend – u.a. Aufbaubeauftragter
für das Interdisziplinäre Zentrum für Hochschuldidaktik
der Universität Bielefeld und später Sprecher des
Programmbeirats des baden-württembergischen Wissenschaftsministeriums
beim Aufbau des landesweiten Zentrums für Hochschuldidaktik.