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René Krempkow:
Leistungsbewertung, Leistungsanreize und die Qualität der
Hochschullehre
Konzepte,
Kriterien und ihre Akzeptanz
Mehr
als eineinhalb Jahrzehnte sind vergangen, seit das Thema Bewertung
der Hochschulleistungen und dabei vor allem der „Qualität
der Lehre” in Deutschland auf die Tagesordnung gebracht
wurde. Inzwischen wird eine stärker leistungsorientierte
Finanzierung von Hochschulen und Fachbereichen auch im Bereich
der Lehre immer stärker forciert. Bislang nur selten systematisch
untersucht wurde aber, welche (auch nicht intendierten) Effekte
Kopplungsmechanismen zwischen Leistungsbewertungen und Leistungsanreizen
wie die Vergabe finanzieller Mittel für die Qualität
der Lehre haben können. Für die (Mit-)Gestaltung sich
abzeichnender Veränderungsprozesse dürfte es von großem
Interesse sein, die zugrundeliegenden Konzepte, Kriterien und
ihre Akzeptanz auch empirisch genauer zu untersuchen. Nach der
von KMK-Präsident Zöllner angeregten Exzellenzinitiative
Lehre und der vom Wissenschaftsrat angeregten Lehrprofessur
sowie angesichts des in den kommenden Jahren zu erwartenden
Erstsemesteransturms könnte das Thema sogar unerwartet
politisch aktuell werden.
Im Einzelnen werden in dieser Untersuchung die stark auf quantitative
Indikatoren (v.a. Hochschulstatistiken) bezogenen Konzepte zur
Leistungsbewertung und zentrale Konzepte zur Qualitätsentwicklung
bezüglich ihrer Stärken und Schwächen sowie Weiterentwicklungsmöglichkeiten
diskutiert. Bei der Diskussion von Leistungsanreizen wird sich
über den Hochschulbereich hinaus mit konkreten Erfahrungen
in Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung auseinandergesetzt
– auch aus arbeitswissenschaftlicher und gewerkschaftlicher
Sicht. Bei der Diskussion und Entwicklung von Kriterien und
Indikatoren zur Erfassung von Qualität kann auf langjährige
Erfahrungen und neuere Anwendungsbeispiele aus Projekten zur
Hochschulberichterstattung mittels Hochschulstatistiken sowie
Befragungen von Studierenden und Absolventen sowie Professoren
und Mitarbeitern zurückgegriffen werden. Abschließend
werden Möglichkeiten zur Einbeziehung von Qualitätskriterien
in Leistungsbewertungen und zur Erhöhung der Akzeptanz
skizziert, die zumindest einige der zu erwartenden nicht intendierten
Effekte und Fehlanreizwirkungen vermeiden und damit zur Qualität
der Lehre beitragen könnten. |