BAK
Forschendes Lernen - Wissenschaftliches Prüfen
Schriften der Bundesassistentenkonferenz 5
Viele Bachelor-Studiengänge stehen in der Gefahr, die
Studierenden noch weiter als bisher von einem wissenschaftlichen
Studium mit Forschungsbezug zu entfernen und dies allenfalls
auf die Master-Studiengänge zu verweisen. Hier wird ein
gegenteiliger Standpunkt vertreten: Forschendes Lernen gehört
in den ersten Teil des Studiums, ja in das Grundstudium.
Die Bundesassistentenkonferenz (BAK) hat seiner Zeit viel
beachtete Konzepte zur Reform der Hochschulen und zur Studienreform
entwickelt. Die BAK war zwischen 1968 und 1972 die gewählte
Repräsentanz der wissenschaftlichen Assistenten und wissenschaftlichen
Mitarbeiter auf Bundesebene. Ihr Hochschuldidaktischer Ausschuss
hat damals die Schrift „Forschendes Lernen - Wissenschaftliches
Prüfen“ vorgelegt, die mit ihren Erkenntnissen
und Forderungen - man mag es bedauern oder bewundern - bis
heute ihre Aktualität nicht eingebüßt hat.
Viele heutige Reformschriften beziehen sich daher noch auf
sie, ohne dass ihr Text vielfach noch verfügbar wäre.
Das ist Grund genug, diese Schrift nach 40 Jahren neu aufzulegen,
um ihre Anregungen in die gegenwärtige Debatte wieder
einzubringen. Gerade im Zeichen der Bachelor- und Master-Studiengänge
können die hier entwickelten Konzepte wichtige Reformanregungen
bieten. Sie können auf unverzichtbare Elemente eines
wissenschaftlichen Studiums erneut aufmerksam machen, die
in einer oft eher oberflächlichen Umstellung der Studiengänge
auf gestufte Studienabschlüsse - wie eingangs betont
- verloren zu gehen drohen.